Tennis Nachrichten

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  1. Roger Federer kämpft sich nach zwei Knie-Operationen zurück.

    "Die letzte Zeit war gefüllt mit Erholung, Reha und dem Gehen an Krücken", sagte der Tennis-Star bei der Präsentation seines Schuhs "The Roger" im Interview mit dem Schuhhersteller On.

    Er fühle sich allerdings "schon wieder viel besser. Zwar bin ich noch nicht auf dem Level, wo ich schon wieder voll Tennis spielen kann", erklärte Federer: "Aber das Ziel ist wirklich, nächstes Jahr parat zu sein." Zu diesen Zielen gehören auch die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio.

    Federers Idole: LeBron und Zidane

    Er kann der Corona-Zeit auch etwas Positives abgewinnen. "Es war schön, dass ich so lange in der Schweiz sein konnte", meinte der 38-Jährige. In den vergangenen 25 Jahren war er maximal fünf bis sechs Wochen zuhause, nun mehr als vier Monate am Stück.

    Darüber hinaus plauderte Federer aus dem Nähkästchen. Sein zweitliebster Sport sei "wahrscheinlich Fußball", einer seiner Idole Zinédine Zidane.

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    "Zidane traf ich schon mal, er war sehr nett", berichtete Federer: "Man sagt ja, es sei nicht gut, seine Vorbilder zu treffen, weil man danach enttäuscht sein könnte. Das war nicht der Fall - auch nicht mit Michael Jordan, den ich ebenfalls kennenlernen durfte."

    Sieg gegen Sampras enorm wichtig

    Als seinen wichtigsten Sieg bezeichnete Federer "jenen gegen Pete Sampras 2001 in Wimbledon. Es war eine große Überraschung. Er war der große Favorit."

    Der damals aufstrebende Teenager schlug den in Wimbledon seit 31 Partien in Serie ungeschlagenen Sampras in einem Fünfsatz-Krimi im Achtelfinale.

    Für Federer war es das erste Mal auf dem Center Court, "es war riesig. Ich dachte mir: Wenn ich Pete Sampras hier schlagen kann, kann ich jeden schlagen - überall. Nach diesem Erfolg glaubte ich fest daran, eine große Karriere zu haben."

    Federer schokoladensüchtig

    Mit insgesamt 20 Grand-Slam-Titeln und 310 Wochen an der Spitze der Weltrangliste ist Federer das eindrucksvoll gelungen - und das trotz einer Sucht.

    "Ich liebe meine Schokolade, meine Süßigkeiten. Ich bin ja schließlich Schweizer. Ich bin wirklich ein 'Chocoholic'", sagte Federer. Seine favorisierte Sorte habe sich aber im Laufe der Jahre verändert.

    "Früher mochte ich vor allem weiße Schokolade, dann Milchschokolade und jetzt bin ich bei dunkler Schokolade. Ich werde also erwachsener", verriet er.

  2. Angelique Kerber träumt nach wie vor von einem Probetraining beim FC Bayern.

    Angesprochen im Aktuellen Sportstudio im ZDF auf ihre entsprechende Bewerbung erklärte Deutschlands beste Tennisspielerin: Geklappt habe es damals "leider nicht, aber vielleicht kommt das noch".

    Kerber ergänzte zu ihrem geposteten Facebook-Video aus dem Jahr 2017, in dem sie einen Fußball auf Fuß, Oberschenkel und Knie tanzen lässt: "Ich hatte mich vor einem Match warmgemacht und dann die Idee, das mal aufzunehmen. Und die haben sich dann tatsächlich auch gemeldet. Das war völlig verrückt, ich hatte da nämlich nichts Großes erwartet. Und dann habe ich von Bayern einige Nachrichten erwartet. Vielleicht realisieren wir das ja in der nächsten Zeit."

    Ohnehin outete sich die dreimalige Grand-Slam-Siegerin als Fußball-Fan - und zeigte sich als gebürtige Bremerin froh über den Klassenerhalt ihres Heimatvereins. "So ein bisschen schlägt mein Herz ja doch für Werder. Ich war am Ende sehr erleichtert, dass sie in der Bundesliga geblieben sind."

    Kerber über Zverev und Djokovic

    Nicht wirklich Klartext reden wollte Kerber dagegen zu Alexander Zverev, der wegen seines Umgangs mit der Coronapandemie vielfach in der Kritik steht, zuletzt auch von Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann ("Das ist keine gute Sache für den Sport. Es ist eine negative Wahrnehmung entstanden.") abgewatscht wurde.

    "Da hat unser Davis-Cup-Käpt'n schon die richtigen Worte gefunden und die Situation richtig eingeschätzt. Ich kann nur sagen, dass er (Zverev, Anm. d. Red.) ein sehr talentierter Spieler ist: Wir werden in den nächsten Jahren noch viel von ihm hören."

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    Auch die wenig glückliche Rolle von Novak Djokovic vermied Kerber zu bewerten: "Wir werden sehen, wohin die Reise geht. Ich denke, das die verschiedenen Leute aus den Fehlern lernen. Dass man sich nun gut daran hält, auch mit Blick auf die Turniere. Jeder will wieder Matches spielen."

    Zverev war Teilnehmer der umstrittenen Adria-Tour, bei der sich mehrere Spieler wie Organisator Djokovic nach rauschenden Partys mit dem Coronavirus infiziert hatten.

    Kurz darauf tauchte ein weiteres Video mit Zverev auf, das den Weltranglistensiebten bei einer Feier zeigte - obwohl dieser versichert hatte, sich in Selbstisolation zu begeben.

  3. Die frühere Weltranglistenerste Angelique Kerber kann sich gegenwärtig nur schwer einen Start bei den US Open vorstellen.

    "Stand heute möchte sich niemand in den Flieger setzen und nach New York fliegen. Deshalb werde ich in den kommenden Wochen schauen, ob die Zahlen wieder runtergehen", sagte die Kielerin im ZDF.

    Kerber unschlüssig über US Open

    New York, wo zwischen dem 31. August und 13. September das erste Grand Slam nach der Corona-Zwangspause stattfinden soll, war in den USA zwischenzeitlich am stärksten von der Pandemie betroffen. Ende Juni hatte die Stadt erste Schritte zur Wiederöffnung eingeleitet. Geschäfte dürfen seitdem unter Auflagen wieder öffnen und Restaurants ihre Gäste wieder draußen empfangen.

    Kerber (32) will über ihre Teilnahme sehr kurzfristig entscheiden. Wenn sie beobachte, dass die Zahlen runtergehen und sich die Situation vor Ort entspanne, "dann werde ich fliegen", sagte die Siegerin von 2016. "Ich habe die Verantwortung für mich und mein Team, das ist meine Priorität", bekräftigte die deutsche Nummer eins.

  4. Am 7. Juli 1985 hat Kevin Curren das historische Wimbledon-Finale gegen den 17 Jahre alten Boris Becker verloren - und verpasste damit seine zweite und letzte Chance, sich als Sieger eines Grand-Slam-Turniers zu verewigen.

    Der Südafrikaner trauert ihr aber nicht hinterher, wie er später erzählte.

    "Boris kann die Titel behalten, ich möchte nicht tauschen", sagte er 2015 in einem Interview mit der Zeitung Die Welt, "ich habe ein ausbalanciertes, gut strukturiertes, ruhiges Leben. Ich bin glücklich und zufrieden."

    Kevin Curren: "Kann die Geschichte nicht ändern"

    Das war nicht immer so, wie Curren - geboren am 2. März 1958 in Durban - damals einräumte. Nach dem 3:6, 7:6, 6:7, 4:6 gegen Becker sei er mächtig frustriert gewesen.

    "Natürlich ist es enttäuschend, wenn du ein Finale verlierst und den größten Titel im Tennis verpasst. Tja, ich kann die Geschichte nicht ändern. Die Bücher sind geschrieben", sagte der aufschlagstarke Curren, der vor dem Match gegen Becker immerhin Stefan Edberg, John McEnroe und Jimmy Connors jeweils glatt in drei Sätzen ausgeschaltet hatte.

    "Es war wie bei einem 400-m-Hürdenlauf, und ich konnte die Ziellinie bereits deutlich erkennen. Ich hatte alle großen Spieler aus dem Weg geräumt, war erfahren. Im Moment der Niederlage war es eine riesengroße Enttäuschung", schilderte Curren und hob Beckers Qualitäten heraus: "Becker war extrem tapfer und standhaft. Je größer die Bühne, desto besser spielte er. Ich kann mich nicht an viele Spieler erinnern, die diese Gabe hatten. McEnroe, Borg, Connors, Becker."

    "Boris Becker ist ein großer Champion"

    Curren konnte sich da nicht ganz einreihen, er gewann im Lauf seiner 1993 beendeten Karriere fünf kleinere Turniere, schaffte es bis auf Platz 5 der Weltrangliste. Seine größten Erfolge schaffte er im Doppel und Mixed, wo er zusammen mit Steve Denton und Anne Smith insgesamt vier Grand-Slam-Trophäen einstrich.

    Nach seiner aktiven Laufbahn war er Teamchef der südafrikanischen Davis-Cup-Mannschaft, ist passionierter Golfer mit Handicap 0.

    Was Beckers Leben nach der Karriere anging, ließ Curren durchklingen, dass er es anders gestaltet hätte: "Einige von uns treffen gute Entscheidungen im Leben, andere treffen schlechte und müssen dann mit den Konsequenzen leben. Boris ist ein großer Champion, und ich will mich zu seinem Leben nicht äußern."

  5. Als Michael Changs finaler Psychotrick aufgegangen war, ging er in die Knie. Der junge Tennisspieler fasste sich an den Kopf. Chang konnte kaum glauben, welche Sensation ihm bei den French Open soeben gelungen war.

    Auf der anderen Seite des Netzes stand ein konsternierter Ivan Lendl. Er hatte das vom Guardian als "David gegen Goliath auf Sand" beschriebene Duell verloren. Sein Kontrahent hatte keine Steinschleuder eingesetzt, dafür Mondbälle, einen Trickaufschlag und eine ungewöhnliche Aufstellung beim Return. "Es war das verrückteste Match, das jemals in Paris, wenn nicht in der ganzen Tennisgeschichte gespielt wurde", sagte Tennislegende John McEnroe später über dieses Achtelfinale.

    Eigentlich waren die Vorzeichen an diesem 5. Juni 1989 klar. Zwei Spieler, die unterschiedlicher nicht sein konnten, betraten vor 30 Jahren den Center Court. Auf der einen Seite: Ivan Lendl aus Ostrau in der Tschechoslowakei. Dieser stoische Mann ohne Lächeln. Der mit den großen Schweißbändern. Und den Sägespänen in der Tasche.

    Ihm gegenüber stand ein noch unbekannter Mann. Oder vielmehr: Ein unbekannter Bursche. Michael Chang war bei dem Spiel gerade mal 17 Jahre und drei Monate jung.

    Klarer Erfolg über Pete Sampras

    Seine Eltern Betty und Joe waren aus Taiwan in die USA emigriert. Der Sohn - geboren am 22. Februar 1972 in Hoboken, New Jersey - verließ im Alter von 16 Jahren die High School, um Profi zu werden. Das Duell mit dem großen Lendl bei den French Open hatte er sich mit guten Leistungen in Paris verdient. So gewann Chang die Zweitrunden-Partie mit 6:1, 6:1, 6:1 - gegen einen gewissen Pete Sampras.

    Doch Lendl schien für ihn eine Nummer zu groß zu sein. Der damals 29-Jährige war ja auch Weltranglisten-Erster und hatte schon dreimal das Grand-Slam-Turnier in Paris gewonnen. Die ersten beiden Sätze gewann Lendl. Es schien eine schnelle Vorstellung zu werden.

    Doch Chang kämpfte sich zurück. Satz drei ging an den Außenseiter. Nun packte dieser listige Teenager vermehrt seine Mondbälle aus. Chang verpasste der gelben Filzkugel eine unglaubliche Flugkurve. Damit brachte er Lendl aus dem Konzept. Der Favorit produzierte leichte Fehler und fluchte. "Dieser Platz ist absurd", brüllte Lendl, nachdem er wieder einen Ball verschlagen hatte.

    Chang machte seinen Gegner durch die unorthodoxen Schläge lächerlich und brachte sich gleichzeitig zurück ins Spiel. Dennoch überwog bei den Zuschauern die Skepsis, dass es mit der Sensation klappen könnte.

    Bananen und literweise Wasser

    Denn Chang schien körperlich am Ende zu sein. "Ihm wackeln die Knie", erklärte ARD-Kommentator Heribert Faßbender. Chang plagten Krämpfe. Der US-Amerikaner verschlang während der Spielpausen eine Banane nach der anderen, schütterte literweise Wasser in seinen ausgelaugten Körper. Es half: Chang holte dank seiner Willensstärke auch Satz vier.

    Die große Zaubershow hatte er sich für den finalen Durchgang aufgespart. Chang führte mit 4:3 und hatte Aufschlag. Er tippte den Ball auf, schaute nach oben und dann packte er einen unglaublichen Trick aus: Chang schlug von unten auf.

    Der verdutzte Lendl konnte den Return nur lasch zurück ins Feld spielen. Chang drosch nun den Ball mit der Vorhand auf den Körper seines Kontrahenten. Lendl blieb keine Chance, um zu reagieren. Die Zuschauer johlten ob dieser genialen Finte. "Ich hatte mehr Mühe, den Aufschlag zu halten, als Ivan zu breaken. Ich musste mir etwas einfallen lassen", sagte Chang später in der Neuen Zürcher Zeitung über diesen legendären Ballwechsel.

    Beim Aufschlag an die T-Linie

    Chang hatte schließlich Gefallen an den Psychospielchen gefunden. Er erkämpfte sich bei Lendls Aufschlag einen Matchball. Chang schlich sich nach vorne, stand auf einmal an der T-Linie. Lendl schaute entgeistert zum Schiedsrichter, versprach sich Hilfe vom Unparteiischen. Doch Chang hatte nicht gegen Regeln verstoßen. Er wollte seinen Gegner lediglich aus dem Konzept bringen. Das gelang.

    Lendl produzierte einen Doppelfehler und beendete so ein episches Match. 4 Stunden und 43 Minuten hatte dieses Achtelfinale gedauert. Als das 4:6, 4:6, 6:3, 6:3, 6:3 aus Changs Sicht feststand, gab es auch Jubel in Roland Garros. Die Zuschauer gönnten diesem raffinierten Jungprofi den Sieg.

    Dass Chang nach diesem Kraftakt noch weitere Siege in Roland Garros holen würde, durfte bezweifelt werden. Er wirkte fix und fertig. Doch Chang rappelte sich auf, schlug Ronald Agenor aus Haiti im Viertelfinale und Andrej Tschesnokow aus der Sowjetunion im Halbfinale.

    Finalerfolg über Stefan Edberg

    Im Endspiel wartete der Schwede Stefan Edberg. Wieder sahen die Zuschauer einen Krimi, den Chang in fünf Sätzen mit 6:1, 3:6, 4:6, 6:4, 6:2 gewann. Er holte als jüngster Spieler der Tennis-Geschichte einen Grand-Slam-Titel - den Rekord hält der US-Amerikaner bis heute.

    Chang konnte danach kein weiteres der großen vier Turniere gewinnen. Dreimal schaffte er es noch in ein Endspiel. Doch Thomas Muster war 1995 in Paris zu stark. 1996 verlor Chang das Finale der Australian Open gegen Boris Becker und das der US Open gegen Pete Sampras.

    Auf der ATP-Tour gewann der Rechtshänder - der zwei Kinder mit seiner Frau und Ex-Kollegin Amber Liu hat - in seiner Karriere zwar insgesamt 34 Turniere, schaffte es bis auf Platz 2 der Weltrangliste, war 1990 Teil des siegreichen Davis-Cup-Teams mit Andre Agassi. Doch der Erfolg bei den French Open stand über allen.

    "Diese zwei Wochen in Paris waren ein großer Spaß, die beste Zeit meines Lebens", sagt Chang.