Tennis Nachrichten

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  1. Das deutsche Davis-Cup-Team steht beim erstmals ausgetragenen Finalturnier in Madrid im Viertelfinale.

    Philipp Kohlschreiber (Augsburg) bezwang am Donnerstag den Chilenen Nicolas Jarry 6:4, 6:3 und sicherte der Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) bereits im ersten Match Tages den benötigten Punkt für den Einzug in die K.o.-Runde.

    Die anschließende 7:6 (7:3), 6:7 (7:9), 6:7 (8:10)-Niederlage von Jan-Lennard Struff (Warstein) gegen Cristian Garin hatte keinen Einfluss mehr.

    Die French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies (Coburg/Köln) sicherten durch das 7:6 (7:3), 6:3 gegen Garin und Jarry den zweiten Sieg für das deutsche Team in der zweiten Partie. 

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    Als Sieger der Gruppe C trifft Deutschland im Viertelfinale am Freitag (nicht vor 17.30 Uhr) auf Großbritannien um Superstar Andy Murray. Am Mittwoch hatte die Mannschaft von Kapitän Michael Kohlmann Argentinien überraschend klar mit 3:0 besiegt.

    Kohlschreiber zeigt starke Leistung

    Kohlschreiber war gegen Jarry zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle und holte sich mit seinem ersten Break zum 6:4 den ersten Satz.

    Der Augsburger ließ in der gesamten Partie keinen einzigen Breakball zu, erwies sich aber wieder eiskalt und nahm dem wackeligen Jarry zum 5:3 den Aufschlag erneut ab. Schon nach 68 Minuten beendete Kohlschreiber die Partie mit seinem ersten Matchball. 

    Deutlich mehr Gegenwehr hatte Struff, der Garin im ersten Satz bei 5:3 zurück ins Match kommen ließ, im Tiebreak setzte sich der Warsteiner aber dann klar durch.

    Auch der zweite Durchgang ging in den Tiebreak, Struff ließ einen Matchball ungenutzt - und musste in den Entscheidungssatz. Dort vergab er zwei weitere Matchbälle und musste sich nach 2:41 Stunden geschlagen geben.

  2. Der spanische Tennisprofi Roberto Bautista Agut (31) ist aus Sorge um seinen Vater am Donnerstag vorzeitig vom Davis Cup in Madrid abgereist. Das teilte ein Verantwortlicher des spanischen Verbandes der Nachrichtenagentur AFP mit.

    Demnach habe sich der Gesundheitszustand des Vaters "in den vergangenen Stunden verschlechtert". Daher sei Bautista Agut in seinen rund 400 km von Madrid entfernten Heimatort Castellon gereist.

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    Zuvor hatte der Weltranglisten-Neunte mit dem Team der Gastgeber als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Im Gruppenspiel gegen Russland verlor er sein Einzel gegen Andrej Rublew, gegen Kroatien bezwang er Nikola Mektic. Im Viertelfinale am Freitagabend dürfte er durch Feliciano Lopez oder Pablo Carreno ersetzt werden.

    Im vergangenen Jahr hatte Bautista Agut seine Mutter verloren.

  3. Deutschlands Topspielerin Angelique Kerber hat den früheren Tourprofi Dieter Kindlmann als neuen Trainer verpflichtet.

    Der 37-jährige Allgäuer übernimmt das Amt von Interimscoach Dirk Dier, der Kerber nach der Trennung von Rainer Schüttler im Juli kurzfristig betreut hatte. Für Kerbers Kondition ist künftig der Italiener Marco Panicci zuständig, der unter anderem zum Team des Weltranglistenzweiten Novak Djokovic gehört.

    "So sehr ich auch meine freie Zeit genossen habe, so gespannt bin ich, wieder ins Training zurückzukehren. Und ich bin sehr glücklich, mitteilen zu können, dass Didi Kindlmann als neuer Coach in mein Team kommt", teilte Kerber am Donnerstagmittag auf Twitter mit.

    Nach Weihnachten bestreitet die letztjährige Wimbledonsiegerin und frühere Nummer eins einen Schaukampf gegen Maria Scharapowa auf Hawaii. Das Tennisjahr 2020 beginnt die 31-Jährige bei den Turnieren in Brisbane und Adelaide, von dort führt der Weg zu den Australian Open nach Melbourne, wo sie 2016 ihren ersten von drei Grand-Slam-Titeln gewonnen hatte.

    Dieter Kindlmann ist seit sieben Jahren als Trainer auf der WTA-Tour unterwegs. 2013 holte ihn Maria Scharapowa (Russland) als Hitting Partner in ihr Team. Seit 2016 arbeitete er mit Anastassija Pawljutschenkowa (Russland) und Laura Robson (Großbritannien), ehe er 2017 Madison Keys (USA) ins US-Open-Finale begleitete.

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    Im Juli 2018 wechselte Kindlmann als Cheftrainer ins Team der Belgierin Elise Mertens, zuletzt war er Coach der Australierin Ajla Tomljanovic. Seine eigene Karriere als Spieler musste Kindlmann 2012 wegen einer hartnäckigen Schulterverletzung beenden.

  4. "Lieber Gerard, ich sehe, du warst noch nie bei einem ECHTEN Davis Cup. Und dieser ist es nicht", ließ Alizé Cornet ihrem Unmut auf Twitter freien Lauf.

    Die Finalwoche des Davis Cups hatte noch nicht einmal richtig begonnen, da hagelte es bereits die erste Kritik am neuen Modus des ältesten Teamwettbewerbs im Tennis.

    Im Mittelpunkt des Ganzen: Die französische Tennisspielerin Cornet, der frühere French-Open-Halbfinalist Filip Dewulf und Gerard Piqué als Gründer und Gesicht der Investorengruppe Kosmos Group, die für die radikale Reform des Turniers verantwortlich ist.

    Cornet, Dewulf und Piqué liefern sich Twitter-Diskussion

    Schon bevor der erste Ball in Madrid geschlagen war, tauchten in den sozialen Medien kritische Stimmen auf. Nachdem der britische Sportjournalist Stuart Fraser, seines Zeichens Tennis-Korrespondent der New York Times, bei Twitter mehrere Bilder von den spärlich gefüllten Hallen in der spanischen Hauptstadt samt süffisanter Kommentare gepostet hatte, legte Dewulf nach.

    "Nicht die größte Menschenmenge….noch nicht. 15 Personen sitzen auf dieser Seite der Tribüne", schrieb er unter ein Bild von belgischen Fans vor dem Auftaktspiel der Belgier am Montag gegen Kolumbien und provozierte damit Piqué zu einer Reaktion.

    "Bist du sicher, dass es nur 15 sind", antwortete dieser und postete dazu ein Bild der inzwischen gut besuchten Tribüne samt vier Tränen-lachender Smileys, was wiederum Cornet dazu bewegte, sich mit ihrem Tweet in die inzwischen hitzige Diskussion einzumischen.

    Hewitt und Federer üben harsche Kritik an Reform

    Dabei ist die Kritik an Piqué, der Kosmos Group und der Reform des Davis Cups nicht neu. Die Streichung der Best-of-Five-Matches, der Abschaffung des K.o.-Systems mit Heim- und Auswärtsspielen (außer in Runde eins) und die Einführung eines Finalturniers sorgen bereits seit Monaten für harsche Kritik innerhalb der Tennis-Szene.

    "Wir werden von einem spanischen Fußballspieler geführt. Das wäre so, als ob ich Änderungen an der Champions League vornehmen würde. Das ist lächerlich. Er weiß nichts über Tennissport", wetterte etwa Australiens Davis-Cup-Teamchef Lleyton Hewitt Anfang des Jahres gegen den Star des FC Barcelona.

    Ion Tiriac, Ex-Manager von Boris Becker, polterte schon vor einiger Zeit im Tennis Magazin: Der Verband ITF ruiniere "120 Jahre Tradition. Nur für Geld. Was hat das mit Sport zu tun? Es ist das Lächerlichste, das ich je erlebt habe. Diese Leute sind krank im Kopf. Die haben noch nie einen Tennisball geschlagen",

    Auch Roger Federer hielt seinerzeit mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. "Es ist schon komisch für uns Tennisspieler, einen Fußballer in unserer Welt zu haben. Er muss sehr vorsichtig sein. Der Davis Cup sollte nicht zum Piqué Cup werden", warnte er.

    Selbst einen Boykott zog er Anfang des Jahres in Betracht, dieser hat sich aber durch die verpasste Qualifikation der Schweiz ohnehin erübrigt. Gemeinsam mit Alexander Zverev, der das neue System "gar nicht" mag und daher auf seine Teilnahme verzichtet, tourt er derzeit für Showkämpfe durch Südamerika.

    Technik-Pannen sorgen für Ärger bei den Fans

    Doch nicht nur der neue Turniermodus stößt bei Spielern wie Fans gleichermaßen auf Kritik, auch abseits des Courts läuft vieles bislang nicht wie gewünscht.

    Die Live-Score-Anzeige auf der ohnehin schon unübersichtlichen offiziellen Homepage konnte ebenso wenig überzeugen, wie der dort angebotene Livestream, bei dem es Unklarheiten darüber gab, in welchen Ländern dieser verfügbar sei und in welchen nicht. Trotz vierwöchiger Vorbereitungszeit schafften es die Organisatoren nicht, ein Bild des Briten Dan Evans in die TV-Grafik einzufügen, dafür wurde der Name seines Teamkollegen Neal Skupski im Match gegen die Niederlande falsch geschrieben.

    Darüber hinaus sorgten auch die Werbebanden der drei Hauptcourts für Verwunderungen, auf denen anstatt der üblichen Sponsoren der Film "Shakira In Concert: El Dorado World Tour" beworben wurde. In dem Film geht es um die Rückkehr der kolumbianischen Sängerin auf die großen Bühnen dieser Welt.

    Dass die 42-Jährige seit 2010 mit Piqué liiert ist rundet die ganze Farce passend ab und scheint schon beinahe die Warnung von Roger Federer zu bestätigen, der Davis Cup könnte zum Piqué Cup werden.

    Teilnehmer geben Veranstaltern positive Resonanz

    Und selbst die Mannschaften blieben von den Organisationspannen nicht verschont. So wussten die Belgier eine halbe Stunde vor ihrem Spiel gegen Kolumbien noch nicht, auf welche Spieler sie treffen, da die Offiziellen sie nicht über die Nominierungen informiert hatten.

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    Dennoch gibt es von Seiten der Teilnehmer bislang durchwegs gute Resonanz. "Es war wirklich positiv. Sie haben viel Geld investiert, um sicherzustellen, dass der Veranstaltungsort, die Einrichtungen, der Transport, das Essen und die Übungsplätze von sehr hoher Qualität sind. Wenn Sie die meisten Rückmeldungen der Spieler hören, bin ich sicher, dass Sie hören, dass es sehr positiv ist", schwärmte etwa Leon Smith, Kapitän der Briten.

    "Es ist wie ein normales Turnier mit Mannschaften. Die Trainingsbedingungen sind hervorragend", sagte Deutschlands Teamchef Michael Kohlmann der SZ, schob aber nach, dass er das Davis-Cup-Gefühl dennoch ein wenig vermisse: "Von dem alten Gefühl muss man sich wohl verabschieden."

    ITF verkauft Rechte am Davis Cup für drei Milliarden Euro

    Doch warum hat sich die International Tennis Federation (ITF) dann überhaupt auf den Verkauf der Rechte an die Kosmos Group eingelassen? Die Antwort ist wie so oft: Des lieben Geldes wegen!

    Drei Milliarden Euro garantiert der Deal der ITF für 25 Jahre. Geld, dem zu viele Nationen nicht widerstehen konnten. Selbst große Verbände mit langer Davis-Cup-Tradition, unter ihnen wohl auch Großbritannien, sollen - obwohl sie zuvor das Gegenteil angekündigt hatten - für die Reform gestimmt haben.

    Eine Entscheidung, die einen der traditionsreichsten Wettbewerbe im Sport überhaupt nachhaltig verändert hat.

  5. Team Deutschland kämpft am Donnerstag im reformierten Davis Cup (18. bis 24. November in Madrid) um den Einzug ins Viertelfinale.

    Im zweiten Gruppen-Duell geht es für die Mannschaft von Trainer Michael Kohlmann in Gruppe C gegen Chile um Cristian Garin (Nr. 34 der ATP-Weltrangliste). (Tennis, David Cup: Deutschland vs Chile ab 11 Uhr im Liveticker)

    Jan-Lennard Struff, Philipp Kohlschreiber & Co. müssen im Kampf um den Einzug in die K.o.-Phase ohne die Hilfe von Superstar Alexander Zverev auskommen: Die deutsche Nummer eins hatte eine Teilnahme an dem reformierten Turnier kategorisch ausgeschlossen.

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    Auch Djokovic und Murray greifen ein

    Neben dem deutschen Team greift am Donnerstag ab 11 Uhr auch der serbische Superstar Novak Djokovic zum zweiten Mal ins Geschehen ein. Er tritt mit der serbischen Mannschaft in Gruppe A gegen Frankreich um Gael Monfils, Benoit Paire und Jo-Wilfried Tsonga an.

    Großbritannien spielt mit den beiden Murray-Brüder gegen Kasachstan. Am Abend steigt ab 18 Uhr bereits das erste Viertelfinale.

    Die deutsche Mannschaft

    Jan-Lennard Struff (Nr. 36)
    Philipp Kohlschreiber (Nr. 79)
    Dominik Koepfer (Nr. 85)
    Kevin Krawietz
    Andreas Mies

    Die chilenische Mannschaft

    Cristian Garin
    Nicolas Jarry
    Alejandro Tabilo
    Marcelo Tomas Barrios Vera
    Hans Podlipnik-Castillo

    Die Partien am Donnerstag

    Frankreich - Serbien (11 Uhr)
    Deutschland - Chile (11 Uhr)
    Großbritannien - Kasachstan (11 Uhr)
    Viertelfinale 1 (18 Uhr)

    So können Sie den Davis-Cup LIVE verfolgen

    Livestream: DAZN
    Liveticker: SPORT1